Nach der Berufswahl ist vor der Berufswahl

Nicht wenige Menschen sind mit ihrer Berufswahl und demnach mit ihrem Beruf unzufrieden. Das geht auch aus diversen Umfragen hervor. Diese Ergebnisse verdeutlichen die Notwendigkeit einer gewissenhaften Überlegung bereits vor Beginn der Ausbildung.

Die Entscheidung für den (falschen) Beruf hat Konsequenzen, die sich häufig erst nach einigen Jahren bemerkbar machen.

Denn es muss nicht sein, dass man sich am Morgen in die Arbeit quält und seine Zeit bis zum Feierabend mehr oder weniger lustlos absitzt.

Das entspricht in vielen Fällen zwar der Realität, wirklich befriedigend ist ein solches Leben mit einem Beruf, der einem nicht gefällt, sicherlich nicht. Oder anders ausgedrückt:

Die falsche Berufswahl kann einen erheblichen Einfluss auf die Lebensqualität haben.

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Eine berufliche Veränderung kann befreiend wirken und zu mehr Lebensqualität führen …

Folgen einer falschen Berufswahl

Ein Beruf ist vor allem dann falsch gewählt, wenn er nicht den persönlichen Fähigkeiten, Neigungen und Präferenzen entspricht.

Das wirkt sich in der Regel auch auf die Leistung aus. Denn wer mit seiner Tätigkeit nicht zufrieden ist, dem fällt es folglich schwer, sich auf Dauer selbst zu motivieren. Die Arbeit erfüllt dann ausschließlich den Zweck des Geldverdienens – mit Betonung auf „ausschließlich“.

Das persönliche Engagement sowie die Identifikation mit dem Unternehmen bleiben hierbei auf der Strecke (was natürlich auch noch zahlreiche andere Gründe haben kann). Somit leidet nicht nur der unzufriedene Arbeitnehmer, sondern auch der Betrieb unter der falschen Berufswahl.

Angesichts der Tatsache, dass wir einen großen Teil unseres Lebens in der Arbeit verbringen, wird auch die Lebensfreude dadurch eingeschränkt.

Menschen, die in ihrem Beruf unglücklich sind, wirken häufig auch in ihrer Freizeit müde und abgeschlagen. Sie sind öfter krank und fehlen daher überdurchschnittlich oft am Arbeitsplatz, was wiederum das Beschäftigungsverhältnis gefährdet.

Und letztendlich quält dann ältere Menschen oft das belastende Gefühl, irgendetwas im Leben verpasst zu haben und das nicht mehr nachholen zu können. Blickt ein solcher Mensch in die Vergangenheit, dann wird er vielleicht feststellen, dass er es versäumt hat, seine Chancen zu nutzen.

Gründe für die „falsche“ Berufswahl

Diese können vielfältig sein. Um nur einige zu nennen:

  • man hat nur des Geldes wegen einen bestimmten Beruf ergriffen,
  • man hat sich von den Wünschen der Eltern leiten lassen,
  • man hat sich für den Beruf entschieden, weil dieser in der Gesellschaft besonders angesehen ist/war,
  • die Möglichkeiten waren zum Zeitpunkt der Berufswahl eingeschränkt
  • oder man hat sich vor der Entscheidung für eine Ausbildung nicht gründlich genug mit dem Berufsbild befasst.

Die optimale Berufswahl zeichnet sich dadurch aus, dass man im gewählten Beruf seine Fähigkeiten, seine Stärken optimal einsetzen kann und ein großer Teil der Tätigkeit Freude bereitet.

Daraus resultiert in der Regel auch Anerkennung, was sich wiederum positiv auf die Motivation auswirkt. Ein Summenspiel mit dem Ergebnis mehr Lebensfreude, mehr Lebensqualität!

„Ich gehe gerne in die Arbeit!“

Wenn Sie diese oder eine ähnliche Aussage von einer Person hören, können Sie davon ausgehen, dass diese die richtige Berufswahl getroffen hat.

Wie Sie erkennen, welcher Beruf zu Ihnen passt

Die Bezeichnung „Beruf“ leitet sich vom Wort „Berufung“ ab. Damit ist schon im Groben gesagt, welche Grundvoraussetzung erfüllt sein sollte, damit die Arbeit auch wirklich Freude bereitet.

Überlegen Sie sich deshalb, wozu Sie sich „berufen“ fühlen, für was Sie sich besonders interessieren und beurteilen Sie Ihre Fähigkeiten realistisch.

Denn wer weder unter- noch überfordert ist, empfindet seinen Beruf als befriedigend.

Eine Überforderung ist in den meisten Fällen mit Stress und Ärger verbunden. Eine Unterforderung führt im Laufe der Zeit auch zu Desinteresse und Unzufriedenheit.

Darüber hinaus gibt es die unterschiedlichsten Charaktere, die wiederum für verschiedene Berufe geeignet sind.

Mögen Sie den Umgang mit Menschen oder arbeiten Sie lieber für sich alleine, sind Sie technisch, handwerklich oder kaufmännisch begabt, kreativ oder eher sachlich?

Diese und mehr Fragen sollten Sie sich am besten vor der Berufswahl stellen, aber auch dann, wenn Sie einen Jobwechsel anvisieren.

Wenn Sie nicht genau wissen, was für ein Beruf der richtige für Sie ist, können Sie sich an Institutionen wenden, die professionelle Beratung hierzu bieten. Darüber hinaus gibt es auch im Internet verschiedene Angebote. So hat beispielsweise die Ruhr-Universität-Bochum einen Online-Berufsfindungstest entwickelt. Für die Durchführung dieses Tests benötigt man etwa 2,5 Stunden – also schon recht umfangreich.

Ziehen Sie die Konsequenzen!

Stellen Sie fest, dass Ihr derzeitiger Beruf nicht der richtige ist, dann sollten Sie sich nicht davor scheuen, die Konsequenzen zu ziehen und sich nach Alternativen umzuschauen. „Vegetieren“ Sie nicht Jahre hinweg in einem Beruf, der Sie nicht erfüllt, der Sie nicht befriedigt.

Und das sage ich aus eigener Erfahrung:

Eine berufliche Veränderung ist in der Regel jederzeit möglich. Eine einmal getroffene Berufswahl schließt ja keine spätere Wahl für einen anderen Beruf aus, womit wir auch beim Titel dieses Beitrags sind.

Dabei muss nichts von heute auf morgen geschehen. Hauptsache, Sie finden Willen und Mut zur Veränderung! Halten Sie die Augen offen, werden Sie aktiv. Nur dann werden Sie schließlich einen Beruf, einen Job finden, der zu Ihnen passt. Damit Sie schließlich auch sagen können:

„Ich gehe gerne in die Arbeit!“

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