Sie wollen sich beruflich selbstständig machen? Diese Stolpersteine sollten Sie kennen!

Ich liebe meine berufliche Selbstständigkeit und möchte sie nicht mehr missen.

Wenn auch Sie die Selbstständigkeit anstreben, sollten Sie bereits im Vorfeld mögliche Schwierigkeiten berücksichtigen bzw. sich diese bewusst machen, um nicht später aus allen Wolken zu fallen.

Der Schritt in die berufliche Selbstständigkeit ist sowohl für Arbeitnehmer als auch für arbeitslose Menschen verlockend. Schließlich sind sie dann ihr eigener Chef bzw. ihre eigene Chefin und an keine Weisungen von oben gebunden. Es gibt niemanden, der ihnen exakte Arbeitszeiten vorschreibt und sie ermahnt, falls sie zu spät kommen oder ihre eigenen Vorstellungen durchsetzen möchten – für viele eine reizvolle Vorstellung!

Als selbstständiger Unternehmer und Freiberufler können Sie sich frei entfalten und Ihre persönlichen Fähigkeiten gewinnbringend nutzen.

Die Selbstständigkeit hat aber auch ihre Tücken. Denn nicht jeder Mensch ist gleich gut dafür geeignet, Eigeninitiative zu entwickeln und mit hohem persönlichem Engagement Schwierigkeiten zu bewältigen, die einem als Angestellter bislang unbekannt waren bzw. abgenommen wurden.

Das Ende vom Traum

Nicht wenige Existenzgründer sind dazu gezwungen, ihren Traum von der Selbstständigkeit frühzeitig zu beenden. Wenn die grundlegenden Voraussetzungen fehlen, dann hilft der anfängliche Enthusiasmus auch nicht weiter.

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Der Start in die Selbstständigkeit – oft wie ein Sprung ins kalte Wasser

12 Stolpersteine auf dem Weg in die berufliche Selbstständigkeit

Wenn Sie sich selbstständig machen möchten, dann müssen Sie diesen Schritt im Vorfeld gut planen. Im Folgenden die häufigsten Stolperfallen, die letztendlich zum Scheitern führen können.

1. Unberücksichtigte Kosten

Die größten Stolpersteine, die auf Existenzgründer zukommen können, sind nicht berücksichtigte Kosten, welche aus der Selbstständigkeit resultieren. Deshalb ist Information und Kalkulation das A und O, bevor Sie das Vorhaben „beruflich selbstständig werden“ in die Tat umsetzen.

Geschieht das nicht, kann es schon vorkommen, dass sich der Selbstständige riesig über die ersten Kontoeingänge freut.

Diese Freude wandelt sich dann abrupt in große Enttäuschung um, sobald die ersten Zahlungen fällig werden. Dann kann sich ein fettes Plus auf dem Konto im Nu in ein frustrierendes Minus verwandeln.

Im Angestelltenverhältnis ist das anders und deshalb auch mit ein Grund, warum bestimmte Kosten häufig nicht bedacht werden. Als Angestellter landet das Nettogehalt regelmäßig auf dem Konto, Sozialversicherungen, Steuern etc. werden vom Arbeitgeber abgeführt.

Um nur einige Kosten zu nennen, die in der ersten Begeisterung der beruflichen Selbstständigkeit häufig nicht bedacht werden:

  • Versicherungen (z. B. Krankenversicherung, Berufsunfähigkeit, Haftpflicht, Rechtsschutz, Altersvorsorge etc.)
  • Steuern (USt, Gewerbe-, Einkommenssteuer etc.)
  • sämtliche für die Selbstständigkeit erforderlichen Anschaffungen, z. B. Inventar
  • externe Dienstleistungen (Steuerberater etc.)

Reflexionsfrage:

Haben Sie sich über alle möglichen Kosten Ihrer Selbstständigkeit informiert und in Ihrer Kalkulation berücksichtigt?

Für die Kalkulation Ihres Stundensatzes können Sie beispielsweise einen Stundensatzrechner nutzen – hier gibt es einen solchen kostenlosen Rechner.

Was Sie als Selbstständiger verdienen müssen, um Ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können, beschreibt dieser Beitrag gut: Kalkulation für Einsteiger – Auskommen mit dem Einkommen.

Informieren Sie sich auch über eventuelle Zuschüsse, die Sie bei Ihrer Gründung in Anspruch nehmen können – z. B. einen Gründungszuschuss.

Buch-Tipp (Bestseller) – die ganz andere Art, ein Unternehmen zu gründen:


2. Finanzielle Schwierigkeiten

Diese Schwierigkeiten resultieren oft aus den nicht berücksichtigten anfallenden Kosten – aber nicht ausschließlich! Auch können sich für Existenzgründer bei der Beschaffung eines Kredits Schwierigkeiten ergeben.

Häufig fallen auch – insbesondere in der ersten Zeit – die Einnahmen nicht so hoch aus wie erwartet. Da diverse Arbeitsmaterialien, Maschinen und andere Anschaffungen zur Finanzierung anstehen, kann es sogar passieren, dass die Ausgaben die Einnahmen weit übersteigen.

Auch der Zeitaufwand, den Sie in Ihr noch junges Unternehmen investieren, ist in der Regel viel höher als Sie es von Ihrem Angestelltenverhältnis her gewohnt waren.

Als UnternehmerIn sollten Sie versuchen, (bereits im Vorfeld) Rücklagen zu bilden. Die Geschäfte laufen nicht immer gleich gut, die Einnahmen sind zum Teil großen Schwankungen unterworfen. Als Selbstständiger können Sie sich nicht mehr darauf verlassen, pünktlich zum Monatsende Ihren Lohn zu erhalten.

Reflexionsfrage:

Können Sie auf ausreichend Rücklagen zurückgreifen, sollte es vor allem zu Beginn nicht so laufen, wie gewünscht?

3. Mangelndes Konzept

Wichtig ist, dass Sie ein erfolgversprechendes Konzept vorweisen können – am besten gleich in Form eines Businessplans. Die meisten Förderstellen sowie Banken und Kreditinstitute verlangen einen solchen, um die Marktchancen Ihres Unternehmens der Realität entsprechend abschätzen zu können.

Banken vergeben nur dann Kredite, wenn der Antragsteller auch wirklich dazu in der Lage ist, das Darlehen wieder zurückzuzahlen. Das müssen Sie dem Kreditinstitut glaubhaft machen können. Ein gutes Konzept, das auf hohe Gewinne schließen lässt, erhöht die Chancen auf ein Darlehen.

Reflexionsfrage:

Haben Sie ein detailliertes Unternehmenskonzept aufgestellt, in dem sämtliche relevanten Punkte für die Unternehmensführung (Unternehmensform, Marketing, Vertrieb, Finanzierung, Risiko etc.) berücksichtigt sind?

Buch-Tipp – alles, was es bei der Konzeption und Planung zu berücksichtigen gilt:


Buch-Tipp (Bestseller): Wie Sie Ihre Träume verwirklichen, ohne zu kündigen:


4. Unzureichende Qualifikation

Nicht wenige Neugründer begeistern sich für eine Idee, ohne die nötige Kompetenz zu besitzen, diese auch wirklich umzusetzen. Sind Sie beispielsweise ein hervorragender Tischler, nützen Ihnen all Ihre handwerklichen Fertigkeiten nichts, wenn Sie zu wenig Ahnung von der Buchhaltung und vom Vermarkten Ihrer Produkte haben.

Selbstständige benötigen auch kaufmännisches Geschick, um ihre Waren/Dienstleistungen effektiv zu verkaufen. Ein handwerklich begabter Tischler ist demnach nicht nur mit der Herstellung seiner Möbel beschäftigt, sondern verbringt auch viel Zeit am Schreibtisch mit Organisatorischem.

Natürlich lässt sich vieles auch outsourcen, was auch durchaus Sinn macht. Allerdings resultieren daraus wieder Kosten, die vor allem zu Beginn der Selbstständigkeit für viele nicht so leicht zu stemmen sind.

Aber Kompetenzen lassen sich auch aneignen – beispielsweise durch gezielte Weiterbildung.

So kann der genannte Tischler vor dem Sprung in die Selbstständigkeit einen Buchhaltungs- und Marketingkurs besuchen.

Reflexionsfrage:

Haben Sie sich die für Ihre berufliche Selbstständigkeit relevanten Kompetenzen angeeignet bzw. können auf entsprechende externe Dienstleister zurückgreifen?

5. Zu wenig Werbung

Gerade Existenzgründer müssen sich ihren Kundenstamm erst noch aufbauen. Ohne Werbung läuft da in den meisten Fällen gar nichts, denn die Positionen auf dem Markt sind hart umkämpft. Deshalb ist es sinnvoll, sich mit dem Thema Marketing bereits vorab intensiv auseinanderzusetzen und Möglichkeiten zu finden, die den individuellen Anforderungen entsprechen.

Möchten Sie ein überwiegend regional tätiges Unternehmen aufbauen, dann sind andere Werbemaßnahmen erforderlich als bei der Eröffnung eines Online-Vertriebs. Es geht also darum, den Bekanntheitsgrad zu steigern. Denn was man nicht kennt, kann man auch nicht kaufen.

Reflexionsfrage:

Haben Sie sich umfassend über Marketingmöglichkeiten informiert und Wege gefunden, um Ihre Ware bzw. Leistung an den Mann/Frau zu bringen und diese Möglichkeiten in Ihrem Unternehmenskonzept berücksichtigt?

6. Die Konkurrenz schläft nicht!

Ein Unternehmen kann nur dann erfolgreich agieren, wenn es ausreichend Kunden findet, die seine Dienstleistungen in Anspruch nehmen oder die Produkte erwerben.

Tummeln sich zu viele Anbieter der gleichen Branche auf dem Markt, dann führt das letztendlich zu einem harten Wettbewerb, dem vor allem unerfahrene Existenzgründer kaum gewachsen sind.

Als Einsteiger haben Sie ohnehin die schlechteren Karten. Schließlich fehlen Ihnen in der Regel die Stammkunden, während sich die Konkurrenz bereits fest etablieren konnte. Gegen größere oder alteingesessene Unternehmen der gleichen Branche haben deshalb Existenzgründer kaum Chancen.

Fragen Sie sich deshalb vor der Gründung, ob die Nachfrage für Ihre Produkte oder Dienstleistung wirklich vorhanden ist. Ist der Markt gesättigt, ist Ihr Vorhaben wenig sinnvoll.

Möchten Sie sich dennoch selbstständig machen, dann sollten Sie gezielt nach einer Marktlücke suchen oder die Kunden mit einem attraktiven Alleinstellungsmerkmal bzw. Zusatzangebot locken.

Reflexionsfrage:

Haben Sie Ihr Konkurrenzumfeld umfassend analysiert und bei entsprechender Dichte Möglichkeiten gefunden, um trotzdem Fuß zu fassen?

7. Kein Ansprechpartner

Nicht wenige Firmengründer wagen den Sprung ins kalte Wasser, ohne sich im Problemfall an einen kompetenten Ansprechpartner wenden zu können.

Während einem Arbeitnehmer bei etwaigen Schwierigkeiten üblicherweise ein Vorgesetzter zur Verfügung steht, sind die meisten Selbstständigen auf sich alleine gestellt. Diese Situation ist gerade für Existenzgründer oft fremd. Die wichtige Rolle des Ansprechpartners unterschätzen viele Menschen.

Reflexionsfrage:

Können Sie bei Schwierigkeiten bestenfalls auf ein kompetentes Netzwerk zurückgreifen, das Ihnen Hilfe und Rückhalt bietet?

8. Verzweiflung und Frustration

Viele Menschen lassen sich schnell entmutigen und entscheiden sich schon nach kurzer Zeit dafür, die Selbstständigkeit zu beenden. Werfen Sie nicht voreilig die Flinte ins Korn!

Es ist völlig normal, dass am Anfang noch nicht alles rund läuft. Gut Ding braucht Weil.

Den meisten heute erfolgreichen Unternehmen ist es in ihrer Gründungszeit nicht viel anders ergangen. Als Firmeninhaber müssen Sie lernen, Rückschläge zu verkraften und daraus Konsequenzen für die Zukunft zu ziehen. Aus Fehlern wird man klug. Überlegen Sie, wie Sie Ihre Lage verbessern können und stehen Sie Innovationen aufgeschlossen gegenüber.

Reflexionsfrage:

Können Sie mit Rückschlägen gut umgehen und besitzen Durchhaltevermögen?

9. Mangelndes Engagement

Nun gibt es auch Firmengründer, die sich für eine bestimmte Sache begeistern und schon nach kurzer Zeit merken, dass sie keine Lust mehr verspüren. Die Gründe hierfür können vielfältig sein. Ein häufiger liegt darin, dass sie sich die Gründung viel einfacher vorgestellt haben.

Als UnternehmerIn haben Sie in der Regel weniger Freizeit, eine höhere Verantwortung zu tragen und Ihre finanzielle Situation ist starken Schwankungen unterworfen – das kann schon mal das Engagement bremsen.

Reflexionsfrage:

Haben Sie sich die möglichen Schwierigkeiten Ihrer Selbstständigkeit vor Augen geführt und sind der Meinung, dass Sie trotzdem ausreichend Engagement aufbringen können?

10. Übertriebener Ehrgeiz

Grundsätzlich ist gesunder Ehrgeiz etwas Gutes, insbesondere im Zusammenhang mit der Existenzgründung. Aber es gibt auch eine Kehrseite der Medaille:

Um ihre Kunden zufriedenzustellen, arbeiten viele Existenzgründer bis zum Rande der Erschöpfung. Sie freuen sich über jeden Auftrag und sagen zu, auch wenn ihre Kapazitäten längst ausgeschöpft sind. Das führt zu Ermüdungserscheinungen und endet im Extremfall mit einem Burnout.

Lassen Sie es nicht so weit kommen. Scheuen Sie sich nicht davor, den Auftraggeber von Ihrer derzeitigen Lage in Kenntnis zu setzen. In der Regel hat er Verständnis dafür und stellt Ihnen etwas mehr Zeit zur Verfügung.

Außerdem suggerieren Sie damit Ihrem Kunden, dass Sie Ihre Aufgaben ernst nehmen und diese mit Sorgfalt erledigen. Darüber hinaus kann es auch ein positives Bild auf Ihr Unternehmen werfen, wenn Sie Ihren Auftraggeber spüren lassen, dass Ihre Dienstleistungen begehrt sind und Sie sich auf dem Markt behaupten können.

Reflexionsfrage:

Tendieren Sie dazu, sich zu verausgaben?

11. Mangelndes Durchsetzungsvermögen

Wer als UnternehmerIn erfolgreich sein will, muss seine Interessen durchsetzen, muss sie „verkaufen“ können. Im Geschäftsleben sind die Verhandlungen hart, schließlich ist jeder auf seinen Vorteil bedacht.

Junge, unerfahrene Existenzgründer lassen sich nicht selten über den Tisch ziehen und bieten ihre Leistungen zu einem Preis an, der nicht akzeptabel ist und in keinem Verhältnis zum Aufwand steht.

Bleiben Sie hartnäckig und bestehen Sie auf Ihre Preise. Scheuen Sie sich nicht davor, einen Auftrag auszuschlagen.

Wenn Sie nachgeben und zu billig anbieten, dann ist es schwer, den Preis bei zukünftigen Verhandlungen wieder in die Höhe zu treiben.

Reflexionsfrage:

Neigen Sie dazu, klein beizugeben oder Ihre Ansprüche hinten anzustellen?

12. Familiäre Spannungen

Als UnternehmerIn identifizieren Sie sich mit Ihrem Vorhaben auf eine besondere Weise. Da die Firma Ihr persönliches Projekt ist, zeigen Sie voraussichtlich auch in den Abendstunden, an Feiertagen und an den Wochenenden ein hohes berufliches Engagement. Ihr Privatleben leidet unter Umständen so darunter, dass es zu Spannungen innerhalb der Familie kommt.

Versuchen Sie deshalb, Ihren Partner und die Kinder trotz der geschäftlichen Verpflichtungen nicht zu vernachlässigen.

Reflexionsfrage:

Trägt Ihr enges privates Umfeld Ihre berufliche Entscheidung (Existenzgründung) mit oder gibt es bereits im Vorfeld in dieser Richtung Widerstände?

Wie ein Sprung ins kalte Wasser …

Abschließend noch ein Tipp aus meiner persönlichen Erfahrung:

Der Sprung ins kalte Wasser der Selbstständigkeit kann für viele doch recht ernüchternd sein. Sollten Sie die Möglichkeit haben, wagen Sie diesen Schritt zuerst nebenberuflich. So können Sie sich langsam herantasten. Dann ist auch besser absehbar, wie sich die Selbstständigkeit entwickelt und man beginnt nicht bei Null.

Im besten Fall sollte es ein fließender Übergang von der neben- in die hauptberuflich selbstständige Erwerbstätigkeit sein.

Buch-Tipp – nebenbei selbstständig machen:


Zum Weiterlesen: 

Kommentare

  • Ich bin auch selbständig – sogar mit Produktion und Vertrieb. Ich habe mir mal Gedanken gemacht, hier meine Liste mit 47 Gründen, sich NICHT selbständig zu machen.

    Sie sind erfolgreich, Herr Heidenberger, ich mittlerweile auch, aber … ich sehe das Selbständigmachen kritisch. Ich kenne viele gescheiterte Starter, die lange brauchen, bis sie sich wieder gefunden haben.

    Hier meine Liste:

    http://www.train-your-personality.com/de/blog/47-gruende-sich-nicht-selbstaendig-zu-machen-und-3-es-doch-zu-tun/

    Matthias antworten
  • Wolfgang Schultz

    Hallo Herr Heidenberger,

    Sie schreiben hier im Artikel unter dem Punkt “Die Konkurrenz schläft nicht”, dass es für Existenzgründer sehr schwierig sein kann, gegen alt eingesessene Unternehmen anzukommen, da diese bereits über eine große Stammkundschaft verfügen.

    Auf den ersten Blick sieht das auch oft so aus, jedoch habe ich gerade im Bereich lokale Dienstleistungen ganz andere Erfahrungen gemacht.

    Der Knackpunkt ist der, dass bereits existierende Klein-Unternehmen selten den Fokus auf Marketing setzen. Hier wird einmal etwas gemacht im Internet und das war es.

    Wenn sich jetzt jemand neu selbstständig machen will, ist das genau der Ansatzpunkt. Mit gezieltem Marketing über das Internet (Website + Google Adwords) lassen sich hier ohne großes Werbebudget tolle Ergebnisse erzielen.

    Ich selbst habe mich mehrmals mit lokalen Dienstleistungen selbstständig gemacht, Unternehmen gegründet und dann wieder verkauft. Jedes Mal habe ich dies in einem völlig übersättigtem Markt getan, wie z.B. PC-Dienstleistungen.

    Mein Vorteil war, dass meine “Mitbewerber”, die bereits am Markt unterwegs waren, nicht fähig waren, zielführende Internetseiten zu erstellen, die den Besuchern das Gefühl der Kompetenz vermittelten.

    Wenn man hier richtig vorgeht, ist es meiner Meinung nach relativ einfach, gegen alt eingesessene Dienstleister Stiche zu machen.

    Viele Grüße
    Wolfgang

    Wolfgang Schultz antworten
    • Ja, da stimme ich Ihnen zu. Insbesondere im Bereich lokale Dienstleistungen lässt sich mit einem vertrauenswürdigen, professionellen und zielführenden Internetauftritt in Kombination mit Lokal-SEO/SEM einiges abgreifen – vor allem dann, wenn die alteingesessenen Unternehmen diesen Bereich bisher vernachlässigt haben.

      Burkhard Heidenberger antworten
  • Franz

    Lieber Herr Heidenberger,

    ein langer und sehr guter Artikel, den potentielle Gründer unbedingt als Planungsgrundlage oder Checkliste nutzen sollten.

    Viele Punkte gelten pauschal für alle Gründer, wie Krankenkassenbeiträge, Umsatzsteuervoranmeldung etc. Einige hängen wesentlich von dem geplanten Vorhaben ab, wie ich an zwei Beispielen (1. Internet-Texter, 2. Drohnen-Verkaufsgeschäft) verdeutlichen möchte:

    Zu 1.: So halte ich es vom organisatorischen Gesamtaufwand her relativ einfach, im Internet als freier Texter gewerblich zu arbeiten. Ein Zimmer zu Hause reicht als Büro, es wird im Wesentlichen nur ein PC mit Internetanschluss benötigt. Das größte Problem dürfte hier die Kundenakquise sein. Wenn noch kein Kundenstamm oder keine Verbindungen zu Kunden bestehen, wird hier der Hauptteil der Arbeit liegen und der Erfolg oder das Scheitern hier entschieden.

    Zu 2.: Auch hier wird der Erfolg letztlich vom Umsatz und davon was übrig bleibt, abhängen. Die Anforderungen für diese gewerbliche Geschäftstätigkeit sind aber um ein Vielfaches höher als im ersten geschilderten Fall. Das betrifft Verkauf-Räumlichkeiten, Gewerbeanmeldung, Genehmigungen, Kontakte zu Herstellern (hier wäre z. B. ein Kontakt zum Marktführer wichtig). Selbst die Werbung ist deutlich komplexer und auch die betriebswirtschaftliche Seite inklusive Steuern. Und, Steuerfreibeträge gibt es auch für Existenzgründer leider nicht: https://www.mehrwertsteuerrechner.de/steuerfreibetrag

    Wie Wolfgang Schultz schon anmerkt, ist eine Internet basierte Selbstständigkeit einfacher als eine der traditionellen gewerblichen Geschäftsformen. Für beide gelten heute höhere Anforderungen, was die steuerlichen Angelegenheiten betrifft. Es geht nur noch digital via Elster. Wird ein Steuerberater zur Hilfe herangezogen, entfällt dieser Punkt, da sich der frische Selbstständige darum nicht zu kümmern braucht.

    Alle, die ihre Steuern selber angehen und im besten Fall eine Einnahme-Überschuss-Rechnung durchführen dürfen, sollten sich vorab mal auf https://www.elster.de umsehen und schauen, was auf sie zukommt. Die steuerliche Seite ist, wenn sie eigenverantwortlich durchgeführt wird, nichts, was mal so nebenbei gemacht werden kann.

    Franz antworten
  • Hallo Herr Heidenberger,

    die Kosten für Selbständige kann man sich schon im Vorfeld der Unternehmensgründung simulieren. Ich nutze dazu das Business Model Generation Konzept und zeichne das ganze Geschäftsmodell.

    So kommt man schon auf den Großteil der Kosten.

    SinnSTIFTende Grüße,
    David

    David Goebel antworten

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