Erfahren Sie hier die wertvollen Tipps für eine Auszeit, ohne Ihren Job aufgeben zu müssen.

Gastbeitrag: Auszeit ohne Auszeit – So nehmen Sie Ihren Job mit ins Ausland

Packt uns die Lust auf eine lange Reise, stehen häufig nur zwei Alternativen zur Debatte: unbezahlter Urlaub oder Kündigung.

Wenn Sie sich einen solchen Einschnitt nicht leisten können oder wollen, bietet sich vielleicht eine weitere Möglichkeit an: Packen Sie Ihre Arbeit einfach mit in den Koffer.

Thomas Puchleitner von der österreichischen Softwareschmiede TimeTac verbrachte eineinhalb Jahre in Mexiko, Kanada, Australien, Neuseeland und Asien. Als Büro nutzte er einen zum gemütlichen Wohnzimmer ausgebauten Campingbus, sein Arbeitswerkzeug war ein Laptop mit WLAN. Der Programmierer verrät hier, worauf man achten muss, wenn man den Schritt ins Ausland wagen und weiterhin Vollzeit im Job arbeiten will.

timetac

Vorbereitung ist alles

Nehmen Sie Ihren Job genau unter die Lupe:

  • Arbeiten Sie am Telefon oder am Computer?
  • Kommen Sie für Ihre Arbeit ohne spezielle Maschinen und Räumlichkeiten aus?
  • Können Sie Ihre Arbeit unabhängig von der örtlichen Anwesenheit anderer erledigen?
  • Besitzt Ihr Unternehmen die technischen Voraussetzungen, um mit Ihnen online Kontakt zu halten und Ihnen Zugriff auf alle für Sie notwendigen Dokumente zu gewähren?

Wenn Sie alle Fragen mit „Ja“ beantwortet haben, dann ist ihr Job fit für den Reisekoffer. Sorgen Sie jetzt nur noch dafür, dass Ihr Chef es auch ist: Der erste Schritt zur Arbeit auf Weltreise führt über ein gut vorbereitetes Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten. Kommt die Firma Ihrem Wunsch nach, sollten Sie klare Vereinbarungen über folgende Punkte treffen:

Aufgabengebiet

Auch, wenn Sie Ihren Job schon 15 Jahre machen und Ihnen Ihr Aufgabengebiet vollkommen vertraut ist: Legen Sie es noch einmal genau fest, bevor Sie ins Ausland gehen. So ersparen Sie sich und Ihren Kollegen böse Überraschungen und Missverständnisse, wenn im Büro plötzlich die Frage auftaucht, ob Sie der richtige Ansprechpartner für ein Anliegen sind.

Kernarbeitszeit

Vereinbaren Sie eine fixe Zeit, zu der Sie online und erreichbar sind. Je überlappender Sie mit Ihren Kollegen zu Hause arbeiten, desto einfacher können Sie Ihre Tätigkeiten koordinieren und offene Fragen klären. Die Zeiten, zu denen Ihre Kollegen noch nicht oder nicht mehr online sind, lassen sich ideal für Tätigkeiten nutzen, die eine hohe Konzentration erfordern.

Denken Sie bei der Vereinbarung der Kernarbeitszeit unbedingt an die mögliche Zeitverschiebung.

Art und Regelmäßigkeit der Kontaktaufnahme

Ob per Skype, E-Mail oder Telefon: Vereinbaren Sie, wann und wie Sie miteinander Kontakt aufnehmen. Ein wöchentliches Meeting per Videokonferenz hilft Ihnen, mit Ihren Kollegen in Kontakt zu bleiben und auch den persönlichen Draht zum Unternehmen nicht zu verlieren.

Komplexe Aufgaben sollten Sie niemals per E-Mail verteilen. Nehmen Sie sich lieber Zeit für ein persönliches Gespräch. So beugen Sie Missverständnissen vor und vermeiden unnötigen E-Mail-Verkehr.

Verhalten im Notfall

Wer den Mut hat, mit seinem Arbeitsplatz auf Reisen zu gehen, wird bald eines merken: Der technische Support ist zu Hause geblieben. Wenn der Computer streikt, das Handy einen Wasserschaden hat oder das WLAN nicht funktioniert, hilft es nicht, sich einzuigeln und auf Besserung zu warten: Sie müssen reagieren.

Vereinbaren Sie im Vorhinein, wie Sie in einem solchen Fall reagieren sollen und auf welchem Weg und innerhalb welcher Frist Sie Ihre Firma informieren müssen.

Tools für die Zusammenarbeit

Ideal sind Werkzeuge, die die gemeinsame Arbeit an Dokumenten und den Überblick über Projektfortschritte erleichtern. Als vertrauensbildende Maßnahme sollte unbedingt auch eine Zeiterfassung eingesetzt werden, mit der Sie nicht nur festhalten, wann, sondern auch woran Sie gerade arbeiten.

Sind die beruflichen Rahmenbedingungen geklärt, können Sie sich frohen Mutes der Planung Ihrer Reise und allen privaten Vorkehrungen widmen. Visa, Versicherungen, Impfungen, Sicherheitsinformationen über Ihre geplanten Aufenthaltsländer, Flugbuchungen – machen Sie sich bereit für Ihr großes Abenteuer. Und vergessen Sie bei aller Vorfreude auch nicht auf die grundsätzlichen Dinge wie die Versorgung bzw. Kündigung Ihrer Wohnung, Ihre Post, laufende Zahlungen und den Kontakt mit Familie und Freunden. Sie könnten Ihre Erfahrungen zum Beispiel in einem Blog festhalten – und so viele andere Menschen an Ihrer Reise teilhaben lassen.

Wer mehr über Thomas Puchleitner und Leben und Karriere im digitalen Zeitalter wissen möchte, der kann auf seiner Webseite noch mehr Tipps und Tricks zum Thema nachlesen.

Link-Tipp: Alles rund um Work & Travel, Working Holidays sowie Arbeiten & Jobben im Ausland

Schmökern Sie in weiteren Beiträgen zum Thema „Lebensgenuss & -vereinfachung“. Oder werfen Sie einen Blick auf das gesamte Themen-Menü.

Kommentare

Diesen Artikel kommentieren

Bitte die Kommentarregeln berücksichtigen. Danke!