2 Apps gegen die Smartphone-Sucht

Weil in der Zeitblüten-Facebook-Gruppe mehrere TeilnehmerInnen die Challenge „Weniger am Smartphone“ gewählt haben, auch an dieser Stelle einige Tipps und Impulse.

Zuerst mal: Die Apps sind die großen Verführer, die uns dazu verleiten, möglichst oft nach dem Smartphone zu greifen!

Gregor Iwanoff, Extremsportler und ein geschätzter Bloggerkollege, hat ein, wie ich finde, recht anschauliches Video (» hier auch sein sehenswerter Videokanal) dazu veröffentlicht, das zum Nachdenken anregt und damit zur Bewusstseinsbildung beiträgt. Bewusstseinsbildung ist die beste Grundlage für eine nachhaltige Verhaltensänderung.

Hier also das Video:

 

Nun ist das erfahrungsgemäß für viele nicht ganz so einfach, das Smartphone für einen bestimmten Zeitraum einfach auszuschalten oder in den Flugmodus zu wechseln, weil man vielleicht doch für bestimmte Personen erreichbar bleiben oder bestimmte wichtige Apps trotzdem weiter nutzen möchte – nur nicht jene, die eben ein gewisses „Suchtpotenzial“ bei dem ein oder anderen bewirken.

Mag jetzt vielleicht etwas paradox klingen, aber genau für dieses Loskommen können auch Apps hilfreich sein, sogenannte Blocker-Apps.

Zwei Blocker-Apps gegen die Smartphone-Sucht

(Allgemeiner Hinweis: Vor der App-/Software-Installation stets die AGBs und Datenschutzbestimmungen des Anbieters durchlesen.)

1. OFFTIME

OFFTIME wurde von einem Berliner Unternehmen entwickelt. Damit können Sie bestimmte Apps – z. B. Ihre größten Verführer-Apps, auf die Sie also am häufigsten zugreifen, um Benachrichtigungen, Neues etc. zu checken (Facebook, Snapchat, WhatsApp, E-Mail, …) – für einen selbstgewählten Zeitraum deaktivieren, während die anderen Apps weiter aktiv bleiben. Ebenso können Sie damit für den definierten Zeitraum festlegen, für wen Sie in dieser Offtime-Phase telefonisch erreichbar bleiben.

Sie können selbstdefinierte Profile in Abhängigkeit Ihrer Tätigkeit anlegen (z. B. Profil „Zeit für mich“ = alle Anrufe werden direkt auf die Sprachbox umgeleitet, Profil „Nach Feierabend“ = nur Freunde, Familie und wichtige Geschäftspartner werden durchgelassen) und bei Bedarf aktivieren.

2. Forest

Diese Blocker-App will auf spielerische Weise zu Smartphone-Pausen motivieren: Wenn Sie es schaffen, für z. B. 30 Minuten das Handy nicht zu nutzen, erhalten Sie als Belohnung einen virtuellen Baum. Je häufiger Ihnen das gelingt, umso mehr Bäume erhalten Sie, die schließlich zu einem virtuellen Wald heranwachsen. Nun ist auch klar, woher der App-Name rührt.

Greifen Sie während der festgelegten Auszeit zum Smartphone, wird der „gepflanzte Baum“ zerstört.

Natürlich gibt’s noch andere Blocker-Apps. Haben Sie mit anderen Apps oder Tipps gute Erfahrungen gemacht hat, lassen Sie es mich wissen (einfach als Kommentar unten ergänzen).

Mehr Selbstkontrolle ist gefragt

Auch Bedingungssätze (z. B. Wenn-dann-Sätze) können dabei unterstützen, nicht permanent am Smartphone zu hängen. Eine Teilnehmerin aus der Facebook-Challenge-Gruppe hat folgenden Wenn-dann-Satz gewählt:

WENN ich jetzt nicht zu meinem Handy greife, DANN bin ich ein Vorbild für meine Tochter und zeige ihr den Respekt, dass mir dieses Ding nicht wichtiger ist als sie.

Und da „zu viel am Smartphone“ auch viel mit Selbstkontrolle zu tun hat, hier noch ein Beitrag, der Ihnen in diesem Zusammenhang vielleicht auch noch hilfreich ist:

» 3 Schritte zu mehr Selbstkontrolle

Weiterführende Infos:

» Daran erkennen Sie, ob Sie handysüchtig sind

Zum Weiterlesen:

Kommentare

  • Das ist eine fantastische Seite und ein Super-Video!!! Ich habs gleich bei mir ins Facebook gestellt und einigen in Skype den Link gesendet.

    Sylvia K. antworten
    • Bilonga

      Haha, beim Handy zwingt man sich mal zur Pause, aber die anderen digitalen Portale (Facebook, Skype) sind ja auch noch da …

      Bilonga antworten
  • Sigrun

    Sehr schön. Schön, dass es Menschen wie Euch gibt, die bewusst durchs Leben gehen und ihre Erkenntnisse, Weisheiten, Erfahrungen und Wissen frei mit anderen teilen. Das gilt für Ihren Beitrag hier (auf Ihrer wundervollen Seite) und das Video des Bloggers Gregor Iwanoff.

    Danke.

    Sigrun antworten
  • Stefan

    Noch ein App-Tipp von mir: Quality Time. Diese App analysiert, wie oft du dein Handy entsperrst, wie lange du täglich dran bist und was du am häufigsten aufrufst. Das öffnet einem die Augen!

    Stefan antworten
  • Lex

    Was soll daran schon so schwer sein? Einfach das Handy abschalten oder offline gehen und gut ist, wenn man nicht weiter gestört werden will.

    Lex antworten
    • Wie schon oben geschrieben, kann es ja durchaus sein, dass man für einen bestimmten Zeitraum eben NUR für ausgewählte Personen (z. B. Familie) telefonisch erreichbar bleiben oder NUR BESTIMMTE Apps bzw. den Internetzugang weiternutzen möchte, um beispielsweise schnell mal eine Info online nachzuschlagen. Dafür will man aber in dieser Zeit keine anderen Benachrichtigungen von Apps oder Anrufe erhalten, die den „Erholungswert“ beeinträchtigen. Und genau diese gezielte Steuerung bzw. Möglichkeit haben Sie eben nicht, wenn Sie das Handy abschalten oder offline gehen.

      Aber wenn Sie in dieser Zeit für generell niemanden erreichbar sein wollen und auch keine Apps oder keinen Internetzugang benötigen, dann können Sie natürlich auch das Handy einfach ausschalten oder in den Flugmodus wechseln und brauchen keine Blocker-Apps.

      Burkhard Heidenberger antworten
  • Ferdinand

    Die Universität Bonn hat eine App für Android namens „Menthal“ entwickelt. Menthal ist eine interessante App, die tendenziell Aufschluss über das eigene Smartphone-Verhalten gibt. Für statistische Zwecke werden die Daten an die Universität Bonn weitergeleitet. Anschauen und testen! … wenn man denn mit der Wahrheit seines eigenen Suchtverhaltens umgehen kann …

    Ferdinand antworten

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