Account/Konto löschen: Facebook, Google, LinkedIn, Twitter, WhatsApp, XING, Amazon, PayPal

Die Gründe für das Löschen eines Accounts können sein: kein Interesse/Bedarf mehr, Unzufriedenheit mit dem Anbieter, Todesfall des Nutzers etc.

Sind die Zugangsdaten vorhanden, ist das Löschen des Accounts in der Regel unkompliziert möglich. Allerdings kann es auch sein, dass diese Zugangsdaten nicht bekannt sein, etwa dann,

wenn der Nutzer verstorben ist und das Konto gelöscht werden soll (s. dazu den Beitrag „Digitale Hinterlassenschaft: Wer bekommt Zugriff auf meine Daten?“). Solche Fälle stellen für die Hinterbliebenen oft eine Herausforderung dar.

Im Folgenden habe ich häufig genutzte Social-Media-Plattformen aufgelistet mit Verweisen zu den entsprechenden Hilfeseiten und Anleitungen, die den Löschvorgang erläutern:


Facebook-Account/Konto löschen

Zugangsdaten vorhanden:

Mit den Zugangsdaten lässt sich der Facebook-Account einfach löschen – s. Facebook-Hilfeseite.

Zugangsdaten nicht vorhanden:

Ist der Nutzer verstorben und sind infolgedessen die Zugangsdaten nicht bekannt, können Hinterbliebene den Account löschen lassen, indem sie einen „rechtsgültigen Nachweis einer Behörde“ (z. B. Sterbenachweis) hochladen.

Alternativ kann auf Wunsch der Hinterbliebenen oder weil es der Verstorbene per Nachlass verfügt hat, das Profil in einen „Gedenkstatus“ – also in eine Art Erinnerungsseite oder virtuelle Gedenkstätte – umgewandelt werden.

» Weitere Informationen zum Gedenkzustand und Löschen des Facebook-Accounts

„Legacy-Contact“:

In Kürze (in den USA bereits eingeführt) wird Facebook mit der Funktion „Legacy-Contact“ eine ähnliche Möglichkeit bieten wie Google mit dem Kontoinaktivität-Manager (s. u.).

Damit können Facebook-Nutzer einen sogenannten Legacy-Contact (z. B. Familienmitglied, Freund) bestimmen, der nach ihrem Tod bestimmte Handlungen im Profil vornehmen darf, z. B. einen Beitrag über den Tod des Profilinhabers posten. Der Legacy-Contact kann sich nicht als die verstorbene Person ausgeben und auch nicht deren private Nachrichten lesen.


Google

Google bietet diverse Dienste (z. B. Gmail, Google+, Picasa, Google-Drive) an, die alle über denselben Account laufen.

Zugangsdaten vorhanden:

Sind die Zugangsdaten bekannt, können damit der Account und alle die damit verknüpften Dienste gelöscht werden (s. Google-Konto löschen).

Zugangsdaten nicht vorhanden:

Mit einem Todesnachweis können Familienmitglieder bzw. gesetzliche Vertreter eine Kontolöschung veranlassen: s. Anfrageformular zur Kontolöschung eines verstorbenen Nutzers.

Kontoinaktivität-Manager:

Google bietet seinen Nutzern einen sogenannten Kontoinaktivität-Manager. Darin können Nutzer von Google-Diensten festlegen, was mit ihren Daten geschehen soll, wenn ihr Konto über einen definierten Zeitraum nicht genutzt wird – z. B. alle Daten löschen oder Zugangsdaten an eine genannte Person übermitteln.

» Hier die offizielle Information von Google.


LinkedIn

Zugangsdaten vorhanden:

» Anleitung LinkedIn-Konto löschen.

Zugangsdaten nicht vorhanden:

Soll ein LinkedIn-Profil nach dem Todesfall eines Nutzers gelöscht werden, können Angehörige eine entsprechende Veranlassung über eine formelle Anfrage beantragen: hier geht’s zum Formular.


Twitter

Zugangsdaten vorhanden:

Um den Twitter-Account zu löschen, ist vorab eine Deaktivierung notwendig. Ist der Account 30 deaktiviert, wird der automatisch gelöscht.

» Anleitung Twitter-Account löschen.

Zugangsdaten nicht vorhanden:

Ein Angehöriger des Verstorbenen muss den Twitter-Nutzernamen, einen Sterbenachweis, eine Ausweiskopie (des Angehörigen) und eine notarielle Beglaubigung übermitteln, aus der die Beziehung zum Verstorbenen ersichtlich ist. Kontaktaufnahme erfolgt über privacy@twitter.com.


WhatsApp

Um den WhatsApp-Account zu kündigen, reicht es natürlich nicht, einfach nur die App vom Smartphone zu löschen.

Zugangsdaten vorhanden:

» Anleitung WhatsApp-Account löschen (Android).

» Anleitung WhatsApp-Account löschen (iPhone).

Zugangsdaten nicht vorhanden:

WhatsApp wurde von Facebook übernommen. Auch bei WhatsApp ist ein amtlicher Nachweis (z. B. Sterbeurkunde) notwendig, um den Account zu löschen.

» Kontaktaufnahme über Support.


XING

Zugangsdaten vorhanden:

» Zum Kündigungsformular.

Zugangsdaten nicht vorhanden:

XING kann über das Kontaktformular kontaktiert und über den verstorbenen Nutzer informiert werden. Nach einer dreimonatigen Inaktivität wird das Konto gelöscht.


Auch wenn Paypal und Amazon nicht zu den sozialen Netzwerken zählen, sollen diese Dienste in der Aufstellung nicht unerwähnt bleiben:

Amazon

Zugangsdaten vorhanden:

Um das Amazon-Konto zu löschen, müssen Sie sich einloggen und über das Servicecenter eine Löschung beantragen.

» Amazon-Konto löschen.

Zugangsdaten nicht vorhanden:

Die Erfordernisse für die Schließung eines Amazon-Kontos erteilt der Kundenservice.


PayPal

Zugangsdaten vorhanden:

» Anleitung Paypal-Konto schließen.

Zugangsdaten nicht vorhanden:

Hierzu ist die Kontaktaufnahme mit dem Kundenservice erforderlich.

Der Anspruch auf das evtl. vorhandene Guthaben muss mit entsprechenden Dokumenten (Totenschein, Ausweis, Erbschein, …) belegt werden.

Es gibt natürlich noch zahlreiche andere Dienste. Bei Bedarf finden Sie entsprechende Informationen auf der Webseite der Anbieter bzw. können Sie durch Kontaktaufnahme mit den Dienstanbietern anfragen.

Zum Weiterlesen:

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