Sie haben unter Prüfungsangst zu leidern? Hier erhalten Sie 10 wertvolle Tipps zur Bewältigung der Prüfungsangst.

10 Tipps gegen Prüfungsangst

Bei einem Gespräch mit einem Bekannten erzählte mir dieser von der Prüfungsangst seines Sohnes. Jede Prüfung ist für seinen Sohn der blanke Horror. Und jede Ankündigung einer Schularbeit treibt ihm den kalten Schweiß auf die Stirn. Es ist schon einige Male vorgekommen, dass er bei der Prüfung selbst ein regelrechtes Blackout hatte – alles Gelernte schien aus dem Gehirn gelöscht und konnte nicht abgerufen werden.

Da ist mir meine Schulzeit wieder in den Sinn gekommen. Auch mich überkam das eine oder andere Mal das blanke Entsetzen beim Herannahen des Prüfungstermins. Das lag aber damals eher am Lehrer, der die Prüfungsaufgaben besonders schwierig gestaltete.

Aber nicht nur Schüler und Studenten werden mit der Prüfungsangst konfrontiert. Auch in der Ausbildung und während des beruflichen Werdegangs wird man immer wieder sein Wissen bei Prüfungen unter Beweis stellen müssen.

Das Ausmaß der Prüfungsangst kann einen großen Einfluss auf das Abschneiden der Prüfung haben. 

Aber was hilft nun, die Prüfungsangst auf ein Minimum zu reduzieren? Dazu habe ich 10 Tipps zusammengestellt.

10 Tipps gegen Prüfungsangst

  1. Vorbereitung ist das Um und Auf
    Ganz abstellen wird man die Prüfungsangst wohl nie können. Es geht aber darum, sie auf ein Minimum zu reduzieren. Und dazu ist eine umfassende Vorbereitung erforderlich. Denn die Prüfungsangst motiviert zum Vorbereiten. Wer hat wohl größere Angst kurz vor Antritt zur Prüfung? Jene Person, die sich gut oder jene, die sich kaum vorbereitet hat? Eben!
  2. Lassen Sie die Angst zu
    Auch für die Prüfungsangst gilt: Man muss sich der Angst stellen, sie zulassen, sie akzeptieren. Wer sich zu viel mit seiner Angst beschäftigt, wird das Angstmonster damit nur füttern. Man kann bzw. sollte die Angst auch von der positiven Seite sehen. Sie motiviert zur optimalen Vorbereitung.
  3. Visualisieren Sie!
    Sich die erfolgreich bestandene Prüfung intensiv vorstellen – das fördert die positive Grundstimmung. Stellen Sie sich also vor, wie Sie auf jede Frage eine Antwort wissen, jede Aufgabe mit Bravour lösen. Dieses bewusste Abrufen positiver Bilder motiviert und reduziert die Prüfungsangst.
  4. Simulieren Sie die Prüfungssituation
    Wenn Sie die Möglichkeit haben, simulieren und trainieren Sie die Prüfungssituation. Beispielsweise eine Prüfung, bei der Sie vor einer Prüfungskommission müssen. Sie treten in einen Raum, wo sich Familienmitglieder als Kommission platziert haben und Sie abfragen. Für viele ist dieses Durchspielen der Prüfungssituation sehr hilfreich.
  5. Halt die Klappe!
    Positiv denken! Auch wenn das abgedroschen klingen mag. Negative Gedanken schüren die Prüfungsangst. Wer sich schon von vornherein alle negativen Szenarien ausmalt, trägt nicht allzu viel bei, diese zu verhindern. Wenn das kleine Plappermaul im Kopf auftaucht und versucht, negative Stimmung zu machen, schreien Sie (in Gedanken) laut: „Halt die Klappe!“ Dieses bewusste Innehalten macht eine „Gedankenumkehr“ – also von dekonstruktiv in konstruktiv, von negativ in positiv – möglich.
  6. Tauschen Sie sich mit anderen aus
    Man ist selten alleine mit der Prüfungsangst. Anderen geht es nicht anders. Ich kann mich noch an meine Schulzeit und an den anfangs erwähnten Prüfungen erinnern. Wir haben alle geschwitzt und auch über die bevorstehende Prüfung und die damit verbundene Angst gesprochen. Dieser Austausch, dieses „Teilen“ der Angst tat gut.
  7. Keine Angst vor der Angst
    Auch die Angst vor der Angst ist ein weit verbreitetes „Phänomen“. Man befürchtet, dass die Prüfer die eigene Angst und Nervosität bei der Prüfung wahrnehmen und was weiß ich daraus schließen könnten.
    Aber es ist doch so: Es gibt wohl keine Prüfung, bei der Prüfer keinen kreidebleichen Prüfling vor sich stehen hat. Das ist für die völlig normal! Und oft werden die offensichtliche Angst und Nervosität von den Prüfern auch als „mildernde Umstände“ betrachtet, wenn die Prüfung knapp zwischen „bestanden“ und „nicht bestanden“ steht, sodass das Pendel in Richtung „bestanden“ kippt.
    Was aber nicht heißen soll, dass man zur Prüfungsvorbereitung diverse angstvolle Gesichtsmimiken üben soll :-)
    Auch sollte man sich bewusst machen, dass die eigene Nervosität von Außenstehenden häufig gar nicht wahrgenommen wird. Das weiß ich aus eigener Erfahrung zu Beginn meiner Trainertätigkeit.
  8. Ankern
    Die Ankermethode kann eine sehr effektive Maßnahme gegen die Prüfungsangst sein. Wie das Ankern funktioniert, habe ich bereits in einem Beitrag beschrieb
  9. Entspannungsübungen
    Regelmäßig durchgeführte Entspannungsübungen sind auch hervorragend zur Bewältigung der Prüfungsangst geeignet. Eine Sammlung mit 45 Entspannungsübungen finden Sie hier.
  10. Es gibt Schlimmeres
    Einen ehemaligen Schulkollegen schien jede Prüfung kalt zu lassen. Er hatte sich kaum vorbereitet. Dennoch war er bei der Prüfung die Ruhe selbst. Als er wieder mal einen Test aufgrund unzureichender Vorbereitung verhauen hatte, meinte er nur: „Es gibt Schlimmeres“.
    Deshalb: Prüfungsangst hat auch viel mit der persönlichen Einstellung zu tun. Man setzt sich oft selbst zu viel unter Druck. Bei Schülern wird der Druck auch häufig durch die Eltern ausgeübt. Meist ist eine nicht oder wenig erfolgreich bestandene Prüfung kein so großes Malheur. Dessen sollte man sich stets bewusst sein.

Und dann gibt es noch einen nicht ganz so ernstgemeinten Tipp, der aber in Praxis dennoch häufig Anwendung findet: „Schummeln was das Zeug hält“ :-)

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