Lesen Sie hie das aufschlussreiche Interview mit dem Zeitmanagement-Experten Burkhard Krupa.

Zeitmanagement: Interview mit dem Experten Burkhard Krupa

Zur Person:

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Unternehmensberater Dipl.-Volkswirt Burkhard Krupa ist Business-Coach und unterstützt dabei speziell Selbstständige und Unternehmer, schneller geschäftlich und persönlich zu wachsen, mehr Lebensqualität zu erreichen und wieder mehr Spaß am Geschäft zu haben.

Herr Krupa, ein Teilnehmer in Ihrem Zeitmanagement-Seminar stellt die Frage: „Was bringt mir Zeitmanagement?“ Was antworten Sie ihm?

Zeitmanagement bringt Ihnen nur etwas, wenn Sie ein bestimmtes Ziel vor Augen haben, wenn Sie es in einen größeren Kontext einbetten, der da heißt:

Was will ich? Als Unternehmer, als Student, als Mitarbeiter oder als Führungskraft.

Nur mal eben auf die Schnelle etwas mehr Zeit zu bekommen oder Zeit einzusparen hilft nicht viel, denn Sie brauchen ein Motiv, um mit dem Zeitmanagement zu beginnen und vor allem langfristig durchzuhalten.

Mit anderen Worten:

Wenn Sie wissen, was Sie wollen, haben Sie eine ganz andere innere Einstellung, gehen ganz anders daran, Ihre Ziele zu verwirklichen. Denn Zeitmanagement ist Selbstmanagement und das beginnt immer im Kopf. 

Wer weiß, was er will, dem ist effektives Zeitmanagement eine große Hilfe.

Eine weitere Frage im Seminar: „Mit welcher Methode kann ich in kürzester Zeit meine Effizienz steigern?“

Indem Sie alles Unwichtige aus Ihren Gedanken, Ihrem Terminkalender und Ihrer Planung streichen.

Anders gesagt, indem Sie Prioritäten setzen und dabei den Endzustand, das zu erreichende Ziel vor Augen haben. Daraus erschließt sich ganz schnell, was wichtig und was unwichtig ist.

Welche sind Ihrer Meinung nach die häufigsten Zeitmanagement-Fehler?

Zu wenig Selbstdisziplin, um z. B. Ablenkungen abzublocken, Unterbrechungen zu vermeiden und bewusst mit seiner Zeit umzugehen.

Außerdem gezielt Nein sagen zu können, dem Perfektionismus abzuschwören und Balance zu halten.

Dass das gerade für Unternehmer ein schwieriges Unterfangen ist, weiß ich aus eigener Erfahrung nur zu gut. Aber wenn Sie es nicht tun, wird Ihnen Ihr Körper sehr schnell mitteilen, was er davon hält. Und damit ist niemandem geholfen.

Wie organisieren Sie persönlich Ihren Arbeitsalltag?

Wenn ich zu Hause arbeite, habe ich ein festes Regime: anderthalb Stunden durchziehen, dann eine Pause von 20 bis 30 Minuten.

Da mir mein Job Spaß macht, gestehe ich offen, dass ich häufig überziehe.

Ganz wichtig: Kreative Aufgaben erledige grundsätzlich morgens zuerst. Ein Seminar vorbereiten oder konzipieren, einen wichtigen Artikel schreiben etc.

Nicht so wichtige Dinge kommen nach der Mittagspause dran. Ich halte mich also weitestgehend an meinen Biorhythmus.

Welches Zeitmanagement-Tool favorisieren Sie und warum?

Ich plane auf Papier (Wochenplaner und Aufgabeliste). Einfach und effizient.

Und schreiben ist besser als tippen – Sie beziehen so Ihr Unterbewusstsein mit ein. Noch ein großer Vorteil.

Wenn Sie bestimmte wichtige Aufgaben auf einen separaten Zettel geschrieben und in Sichtweite platziert haben, ist es ein teuflisches Vergnügen, ihn nach erfüllter Aufgabe zu zerknüllen und wegzuwerfen. Erledigt. Das baut auf. Und ebenso das Durchstreichen erledigter Dinge.

Denn Sie brauchen Erfolgserlebnisse, den Kick, wenn man etwas geschafft hat. Und meiner Erfahrung nach ist ein Klick mit der Maus nicht so motivierend wie die Papiervariante.

Wie finden Sie nach einem anstrengenden Tag Entspannung?

Ich jogge regelmäßig zweimal die Woche, entspanne täglich mindestens 30 Minuten und halte mir den Sonntag komplett von allen Verpflichtungen frei. 

Haben Sie noch Zeitmanagement-Tipps für die Leser?

Ja! Machen Sie das, was Sie gut können und gerne machen, zu Ihrem Beruf. Ich weiß, dass viele Leser an dieser Stelle die Augen verdrehen und mir am liebsten sagen würden: Sie haben ja gut reden, aber bei mir geht das nicht, weil...

Und genau das ist der Punkt: Gründe finden sich immer. Ich weiß auch, dass das nicht so leicht getan wie gesagt ist. Aber tun Sie sich selbst einen Gefallen und fangen Sie an. Warum?

Wenn Sie etwas gut können und gerne machen, sind Sie top-motiviert, um in den Tag zu starten. Sie wissen dann automatisch, was Ihre Prioritäten sind, lassen sich nur schwer ablenken, kommen in den Flow und ziehen eine Aufgabe nach der anderen durch.

Sie erreichen eine Produktivität, die andere erblassen lässt. Sie schieben weniger auf und freuen sich am Erreichten.

Und noch etwas: Es gibt leider nicht DEN Tipp, der auf alle passt. Probieren Sie verschiedene Varianten aus, testen Sie Vorschläge und entwickeln Sie Ihr eigenes Konzept. Das hilft weiter.

Und zum Schluss: Machen Sie alles, was Sie tun, bewusst. Leben und arbeiten Sie im Hier und Jetzt. Sie vermeiden Fehler, sind konzentrierter und schaffen mehr. Garantiert.

Herzlichen Dank, Herr Krupa!

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