Wie heißt es so schön: „Pünktlichkeit ist die Tugend der Könige.“ Besser noch gefällt mir die Definition „Pünktlichkeit ist die Kunst, einzuschätzen, um welche Zeit sich der andere verspäten wird.“ :-)
Aber wann ist man pünktlich, wann unpünktlich, wann überpünktlich? Ganz so einfach sind die einzelnen Definitionen nicht. Die Auslegung von Pünktlichkeit bzw. Unpünktlichkeit ist auch von der Veranstaltung bzw. vom Termin selbst abhängig.
Pünktlichkeit ist relativ
Nehmen wir als Beispiel eine private Einladung zu einer Party. Hier ist es durchaus üblich, oft auch erwünscht, dass man etwas später auftaucht. Als Gegenbeispiel ein Vorstellungsgespräch. Wer zu einem Vorstellungsgespräch unpünktlich erscheint, hat schon mal schlechte Karten.
Für mich ist Pünktlichkeit immer ein Zeichen von Höflichkeit, des Respekts gegenüber der anderen Person, mit der man sich trifft. Denn wenn man nicht zum vereinbarten Zeitpunkt erscheint, muss die andere Person warten. Und wer wartet schon gerne.
Natürlich gibt es immer Gründe für Unpünktlichkeit. Jeder kann sich mal verspäten. Aber es gibt schon die eine oder andere Person, bei der es eine Gewohnheit ist.
Heute ist es einfach. So ziemlich jeder hat ein Handy. Und wenn es sich abzeichnet, dass man es nicht rechtzeitig schafft, gehört es einfach zum guten Ton, dass man die wartende Person entsprechend informiert. Ein kurzer Anruf oder eine SMS und es passt!
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Eine private Party oder eine Feier: Hier kann man ohne weiteres etwas später auftauchen. Meist haben die Gastgeber ohnehin noch alle Hände voll mit den letzten Vorbereitungen zu tun. 10 bis 20 Minuten „Verspätung“ ist hier meist sogar erwünscht und wird akzeptiert.
Bei einer Einladung zum Essen wird max. 15 Minuten Verspätung noch als „im grünen Bereich“ angenommen. Wenn der Gastgeber aber selber kocht (also kein Essen im Restaurant), dann sollte man möglichst pünktlich erscheinen.
Bei Bewerbungs- und Vorstellungsgesprächen ist - wie bereits eingangs erwähnt - Pünktlichkeit ein absolutes Muss. Hier sollte man genügend Reserven einrechnen, um ja nicht zu spät zu erscheinen und sich damit Chancen verbauen.
Auf Einladungen findet man manchmal Kürzel zur Zeitangabe:
s.t. hinter der Uhrzeit: Dieses Kürzel steht für „sine tempore“ was soviel bedeutet wie „ohne Zeit“. Finden Sie dieses Kürzel auf Ihrer Einladung, ist von den Gastgebern gewünscht, dass Sie zur genannten Uhrzeit bereits Ihren Platz eingenommen haben. Also unbedingt rechtzeitig erscheinen!
c.t. hinter der Uhrzeit: c.t. steht für „cum tempore“, also für „mit Zeit“. Das heißt, Sie haben etwas Zeit und eine Verspätung von etwa einer Viertelstunde wird in der Regel akzeptiert.
Dann findet man auf Einladungen auf Angaben wie „die Feier beginnt ab 17 Uhr“. Bei einer solchen Angabe sind Sie relativ frei, was das Erscheinen betrifft.
Unpünktlichkeit hat Einfluss auf das Image
Wenn eine Person ständig zu spät kommt, kann das ein negatives Bild auf die Persönlichkeit werfen. Ich habe schon das ein oder andere Mal die Erfahrung gemacht, dass mit solchen Personen häufig auch die Zusammenarbeit eher mühsam ist. Weil sie oft unzuverlässig sind.
Natürlich gibt es genug Beispiele, wo die Zusammenarbeit super funktioniert trotz Tendenz zur Unpünktlichkeit.
Wie auch immer, Pünktlichkeit ist eine Tugend, die man sich zu eigen machen sollte.