Unser Gehirn ist ja eine wunderbare und faszinierende Steuerzentrale. All unsere Handlungen, all unser Denken, unser Fühlen und unsere Bewegungen werden von unserem Gehirn aus gesteuert.
Immer wieder liest man, dass wir das Potential unseres Gehirns nur zu einem Bruchteil nutzen. Mag so sein. Aber wie können wir unsere „Gehirnleistung“ steigern?
Lernen fördert die Gehirnleistung
Im Grunde ist es einfach: indem wir Neues lernen. Denn mit dem Lernen bilden sich neue Synapsen. Mit Synapsen bezeichnet man die Verbindungswege zwischen den Nervenzellen in unserem Gehirn. Wenn wir also etwas Neues lernen, bilden sich neue Synapsen. Das haben zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen ergeben.
Deshalb heute ein 3-Wochen-Trainingsprogramm, um die grauen Zellen wieder in Schwung zu bringen und neue Verbindungsbahnen im Gehirn zu produzieren.
Woche 1: Neue Bewegungsabläufe
Sehr effektiv ist das Lernen neuer Bewegungsabläufe. Dazu brauchen Sie keine neue Sportart zu erlernen oder selber neue akrobatische Figuren erfinden. Es geht einfacher: Wenn Sie Rechtshänder sind, nutzen Sie so oft wie möglich die linke Hand. Beim Zähne putzen, beim Essen, für eine kurze Notiz etc. Anfangs sehr ungewohnt.
Wie wär’s, wenn Sie gleich heute Abend auf einem Bein stehend mit der „ungewohnten“ Hand die Zähne putzen. Ziehen Sie das mal eine Woche durch.
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Die elektronischen Hilfsmittel, die uns heute zur Verfügung stehen, nehmen uns viel Kopfarbeit ab. Das gilt auch für das Kopfrechnen. Jeder hat heute einen Taschenrechner. Mittlerweile sogar auf jedem Handy. Wieso also noch Rechnungen im Kopf durchführen?
Eben um wieder neue Synapsen zu bilden. Versuchen Sie mal eine Woche lang möglichst jede Rechnung im Kopf durchzuführen. Es müssen natürlich keine hoch komplexen Rechnungen sein. Aber im Alltag bieten sich genug Möglichkeiten, um unser Gehirn mit Zahlenspielereien zu füttern.
Woche 3: Auswendig lernen
Wir mussten früher in der Schule häufig Gedichte auswendig lernen. Als Schüler habe ich mir da relativ leicht getan. Seit meiner Schulzeit habe ich kein Gedicht mehr auswendig gelernt. Kürzlich wollte ich es wissen. Habe mein altes Lesebuch hervorgekramt und dort bin ich auf Das Lied von der Glocke von Schiller gestoßen. Nun versuche ich täglich eine Strophe zu lernen. Und ich vermute, dass ich in meiner Kindheit mehr Synapsen hatte :-)
Das Auswendiglernen fällt mir schon schwer. Aber ich merke auch, dass ich mir mit jeder Strophe leichter tue. Es werden also neue Verbindungswege im Gehirn gebaut. Auswendiglernen ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, um unser Gehirn wieder ein bisserl zu trimmen. Was auch immer Sie lernen möchten – aus einem schönen Gedichtband, aus einer Formelsammlung, Vokabeln, Zitate – Hauptsache das Gehirn wird trainiert.
Gut, drehen wir die Zeit drei Wochen vor. Sie haben nun Ihr Gehirn diese drei Woche trainiert. Und Sie werden schon kleine – vielleicht sogar sehr große – Erfolge in Ihrer „Gehirnleistung“ feststellen.
Bleiben Sie dran. Beginnen Sie wieder mit dem 1. Wochentraining. Die neuen Bewegungsabläufe, das Auswendiglernen und das Kopfrechnen werden Ihnen immer leichter fallen. Und das motiviert.
Suchen Sie stets neue Herausforderungen für Ihr Gehirn. Freuen Sie sich an Ihren kleinen und großen Fortschritten!