Wohl jedem von uns ist schon mal so richtig die Wut, der Ärger hochgekommen. Und in diesem Zustand würde man wohl gerne dem Ärger-Verursacher an die Gurgel springen. Ärger und Wut soll man auch zulassen. Aber wir müssen auch vorsichtig sein mit unseren Handlungen, die wir aus Wut setzen – in der Regel unbedacht.
Ein chinesisches Sprichwort, das mir sehr gefällt, bringt es auf den Punkt:
Wer wütend ist, verbrennt oft an einem Tag das Holz, das er in vielen Jahren gesammelt hat.
Viele Beziehungen, seien es jetzt geschäftlicher als auch privater Natur, sind aufgrund einer unbedachten Wutreaktion in die Brüche gegangen, oder hinterließen einen Kratzer im Gemeinschaftsband.
Aber was soll man mit der Wut im Bauch anfangen? Dazu heute ein paar Tipps, wenn das Blut vor Ärger in den Kopf schießt:
Ärger zugestehen
Gestehen Sie sich Ihren Ärger zu. Es bringt nichts, den Ärger runterzuschlucken und zu allem Ja und Amen zu sagen. Irgendwann kommt dieser wieder hoch. Und dann ist die Reaktion weit aus unberechenbarer.
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Wenn Sie die Möglichkeit haben, dann gehen Sie raus in die frische Luft. Das tut gut und reinigt die Wut-Gedanken. Am besten frische Luft in Kombination mit Bewegung.
Niederschreiben
Der Person, die Ihren Zorn verursacht hat, nicht gleich alles an den Kopf werfen. Genau solche „erste Wut-Reaktionen“ hinterlassen häufig verbrannte Erde. Schreiben Sie Ihre Wutauslöser nieder. Dieser Schreibprozess trägt auch dazu bei, dass die Gedanken wieder klarer werden.
Die andere Seite versuchen zu sehen
Versetzen Sie sich auch in die Lage der Person, die Sie zur Weißglut gebracht hat. Versuchen Sie deren Gründe zu sehen, vielleicht sogar zu verstehen.
Darüber schlafen
Nicht sofort reagieren. Was oder wer auch immer Sie zur Weißglut gebracht hat. Versuchen Sie nicht sofort „Straf“-Handlungen zu setzen.
Meine Erfahrung
Aus eigener Erfahrung: Im geschäftlichen Bereich findet heute die Korrespondenz zu einem großen Teil per E-Mail statt. Es ist schon mal das eine oder andere Mal vorgekommen, dass ich mich über eine Mail bzw. über den Absender sehr geärgert habe.
Die erste (unbedachte) Reaktion: Zum Hörer greifen und mal richtig meine Meinung durchposaunen. Was ich dann aber doch bleiben ließ. Also habe ich eine Antwort-Mail geschrieben. Auch mit geschriebenen Worten kann man seinen Ärger gut Luft machen. Aber ich schicke die Mail nie gleich weg.
Wenn möglich, schlafe ich eine Nacht darüber. Dann werfe ich wieder einen Blick auf meine nicht versendete Antwortmail und bin selber oft baff, was ich so in meiner ersten Wut niedergeschrieben habe. Dann kommt die Textüberarbeitung dran. Und damit bin ich in der Regel immer gut gefahren.
Mit dem Handy ist das auch so eine Sache. Jeder ist heute immer und überall erreichbar. Hat man den Ärgerverursacher nicht direkt vor sich, so kann man ihn aber sicher gleich mit dem Handy erreichen um Dampf abzulassen. Auch das sollte tunlichst vermieden werden. Zuerst mal das erhitzte Gemüt abkühlen lassen und dann kann man immer noch zum Handy greifen.
Gesicht wahren
Auch wenn es nicht immer leicht fällt und Sie Ihren Ärger bei der betreffenden Person loswerden: Versuchen Sie das immer so, dass Ihr Gegenüber dabei das Gesicht nicht verliert. Damit beweisen Sie Größe. Niemals Ausdrücke „unter der Gürtellinie“. Die Auseinandersetzung auch nicht vor anderen (unbeteiligten) Personen.
Raus an die frische Luft ist immer gut. Wenn man sich mal austoben will, um schneller wieder runterzukommen, empfehle ich die Eiswürfel-Methode: Eiswürfel mit voller Kraft gegen die Fliesen in der Dusche werfen. Das macht ordentlich Krach, aber nichts geht kaputt und man muß nachher nichts mehr demütigenderweise aufräumen. Es wirkt erstaunlich schnell. Meistens braucht man keine zweite Ladung!
Heidenberger Burkhard 2009-12-23 21:56
Das ist aber mal ein origineller Tipp - vielen Dank!