Beruflich habe ich mit Menschen mit Autismus zu tun. Diese Arbeit verlangt sehr viel Geduld und noch mehr Empathie.
Damit ich nicht nur mit den Gefühlen anderer beschäftigt bin, und durch den Job meinen Körper vernachlässige, treibe ich Sport. Nordic Walking im Herbstwald, wo ich den Duft der Natur genieße, und auch die Stille mich dort vom Alltag abschalten lässt.
Auch beim Schwimmen kann ich gut loslassen, denn manch belastende berufliche Erfahrung ersetze ich so durch eine Art Schwerelosigkeit bzw. Leichtigkeit im Wasser.
Sollte es doch einmal der Fall sein, dass ich Arbeit gedanklich mit nach Hause nehme, vertiefe ich mich in ein spannendes Buch, und überzeuge damit den Kopf endlich Feierabend zu machen.
Ramona Hachtmeister
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Nach jeder beruflichen stressigen Situation (und in meinem Beruf als Rezeptionsleiterin gibt es viele) gehe ich bei uns in den Hinterhof des Hotels, setze mich auf die Bank, schließe die Augen, atme tief ein und aus und horche auf die Geräusche.
Mal sind es die zwitschernden Vögel, die ich höre, mal ein Flugzeug, das über das Hotel fliegt, mal die Sirenen des Krankenwagens, es gibt immer ein Geräusch, das heraussticht. Dieses Geräusch erinnert mich, innezuhalten, zu atmen und den Stress zu vergessen.
Privat ist es anders. Es gibt zwei Zeitblüten, die mich den Stress vergessen lassen. Einmal ist es die Musik. Ich drehe das Radio auf, singe lauthals mit oder tanze. Das ist Erholung pur. Das zweite ist lesen. Ich setze mich in meinen Massagestuhl, nehme ein gutes Buch und nach 30 Minuten bin ich relaxt. Herrlich.
Wichtig ist, dass ICH weiß, wie ich mich erholen kann. Jeder Mensch tickt anders und dementsprechend braucht jeder seine ganz persönliche Zeitblüte.
Sylvia
Am Hafen
Ich kann am besten bei uns im Außenhafen abschalten.
Meine kleine Basset-Hündin und ich (oft auch mein Mann) fahren dann zur Mole und sehen den Schiffen zu. Es herrscht manchmal ein reges Treiben und man kann den auslaufenden Schiffen seine Träume und Wünsche mitgeben. An anderen Tagen ist es einfach nur besinnlich.
Am allerliebsten haben wir aber die stürmischen Tage, da bläst einem jeder traurige Gedanke einfach aus dem Kopf! Man kann sich kaum auf den Beinen halten und es ist lustig zu sehen, dass manche Zeitgenossen sich nicht mal aus dem Auto trauen.