Kennen Sie die Geschichte von Hans Guck-in-die-Luft? Die habe ich noch aus meiner Kindheit in Erinnerung. Wenn Sie diese nicht kennen: Dabei geht es eben um diesen besagten Hans, der immer in die Luft guckt und dem dadurch allerhand Missgeschicke passieren.
Vielleicht fragen Sie sich jetzt, was ich mit diesem Guck-in-die-Luft Hans sagen will?
Als ich letztens mit meiner Familie wieder durch die Altstadt hier in Wien bummelte, habe ich die herrliche Fassade eines alten Gründerhauses bewundert. Aber die ist mir nur deshalb aufgefallen, weil unser kleiner Sohn nach oben gezeigt hat, als er einen Ballon am Himmel entdeckt hat.
Obwohl ich an diesem Haus schon öfters vorbeigegangen bin, sind mir noch nie die Malereien und die kleinen Figuren an der Fassade aufgefallen. Auch deshalb nicht, weil sich der Blick eher selten nach oben richtet – was ja auch sein Gutes hat. Und da ist mir die Geschichte von Hans Guck-in-die-Luft wieder eingefallen. Weil er immer nach oben geblickt hat, ist ihm zwar das eine oder andere Missgeschick passiert, aber er hat wahrscheinlich Dinge wahrgenommen, die die anderen nicht gesehen haben.
Ja, und dann habe ich mir gedacht, mach es doch mal dem Hans nach. Wie wir dann weiterbummelten, habe ich bewusst öfters nach oben gesehen und die mir eigentlich vertrauten kleinen Gassen und Wege aus einem ganz anderen Blickwinkel kennengelernt.
Probieren Sie es auch mal. Wenn Sie das nächste Mal einen vertrauten Weg gehen, blicken Sie bewusst öfters nach oben. Sie werden staunen, was Ihnen alles auffallen wird, das Sie bisher noch nicht so wahrgenommen haben.
Und dann ist mir beim Bummeln noch so eine Idee gekommen:
Hier in Wien sind ja sehr viele Touristen unterwegs. Und was machen Touristen? Richtig, sie fotografieren, sind neugierig, interessieren sich für die Stadt, nehmen an Führungen teil.
Dann habe ich mich mal in die „Rolle“ eines Touristen versetzt. Ich bin durch die Stadt und habe mich gefragt, was ich alles fotografieren würde. Nur durch diese Frage im Kopf bin ich mit „anderen Augen“ durch die Stadt. Der Fokus war ein anderer. Es sind mir Dinge und Details aufgefallen, die ich vorher so nie gesehen habe.
Ein anderes Mal habe ich sogar an einer Führung teilgenommen. Diese Führung brachte mir auch sehr viele Aha-Erlebnisse.
Beispielsweise sind mir schon früher an alten Häusern einzelne vorstehende Steine in der Hausmauer aufgefallen, habe mir aber dabei nie viel gedacht. Bei dieser Führung erfuhr ich, dass diese hervorstehenden Steine früher als Aufstiegshilfe dienten, um auf sein Pferd zu kommen.
Durch diese Führung und die Augen eines Touristen habe ich die Stadt, in der ich jetzt schon eine Weile wohne, besser kennengelernt.
Vielleicht ist das auch etwas für Sie? Wenn Sie die Stadt oder die Ortschaft besser kennen lernen möchten, in der Sie leben, probieren Sie es einfach:
Jaja, bei so einem Stadtbummel schießen mir manchmal ganz eigenartige Ideen durch den Kopf :-)
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