Fragen stellen hat ja den Zweck, Informationen zu bekommen. Um auf Fragen überhaupt Antworten zu bekommen – was ja nicht selbstverständlich ist, und dann auch noch die gewünschten Informationen, sollten einige „Spielregeln“ beachtet werden.
Diese Regeln gelten aber nicht für Situationen, wenn Sie jemanden um die Uhrzeit fragen. Hierauf sollten Sie auch problemlos eine Antwort bekommen, ohne groß auf die richtige Fragestellung achtzugeben.
Hier geht es mehr um das Stellen von Fragen in Diskussionen, Besprechungen, in Interviews etc.
Erklären Sie, wieso Sie die Frage stellen – also im Sinne von „mich interessiert das, weil…“. Damit kann der Befragte gezielter antworten.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie auf verletzende oder abwertende Fragen eine Antwort bekommen, ist relativ gering und ein Konflikt ist damit vorprogrammiert. Achten Sie möglichst darauf, dass Ihr Gegenüber sein Gesicht wahren kann.
Falsch: „Wieso haben Sie das wieder mal nicht geschafft?“
Richtig: „Wo genau hat es Probleme gegeben?“
Wenn es Ihnen gelingt, motivierende Fragen zu stellen oder auch Anerkennung mit einfließen zu lassen, werden Sie mit Sicherheit Antworten bekommen.
Wenn Ihr Gegenüber gerne und viel plaudert, können Sie ihn mit Bestätigungsfragen ein bisschen einbremsen. Aber solche bestätigenden Fragen wirken auch bei Menschen, die mit Ihren Antworten eher sparsam umgehen. Ein Beispiel für eine Bestätigungsfrage:
„Habe ich das jetzt richtig verstanden, dass…“
Gewollt oder nicht gewollt: Mit einer suggestiven Frage legt man dem Befragten die „Worte in den Mund“. Eine vermeintlich richtige Antwort wird in der Frage schon vorgegeben.
Wenn solche Fragen nicht bewusst gestellt werden, erhält man meist Antworten, die nicht der Meinung des Befragten entsprechen oder so gar nicht meinte.
Beispiel: „Sie wollen doch sicher auch…?“
oder wie in dem Restaurant, in dem ich gelegentlich zu Mittag esse: „Hat es Ihnen auch geschmeckt?“ :-)
Häufig werden mehrere Fragen in einem Satz zusammengefasst:
„Wieso haben Sie dann… und wann wurde…?“
Mit solchen Fragen kann der Befragte überfordert oder genervt werden. Also eine denkbar schlechte Art der Fragestellung.
Nun möchte ich Ihnen noch eine Fragetechnik vorstellen, die ich persönlich gerne anwende, um an Informationen zu kommen und diese entsprechend aufzubereiten, z.B. wenn ich für einen Artikel eine Person befrage. Ich nenne Sie einfach mal die SKB-Fragetechnik:
Der Ablauf dieser Fragetechnik ist so: Man beginnt in der ersten Phase ausschließlich mit offenen Fragen und diese werden bis zur letzten Phase immer geschlossener. In der Bestätigungsphase sind es in der Regel nur mehr geschlossene Fragen, also auf denen mit Ja oder Nein geantwortet werden kann.
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