Mit einfachen Mitteln können Sie das Raumklima im Büro verbessern. Ein gesundes Raumklima im Büro ist ein nicht zu unterschätzender Faktor.
Ein nicht optimales Raumklima kann zu gesundheitlichen Beschwerden führen. Gute Arbeitsbedingungen hingegen reduzieren Ausfallzeiten, verbessern die Konzentrationsfähigkeit und steigern die Motivation.
Zeichen für ein schlechtes Raumklima können sein:
Sollten Sie an einer dieser Beschwerden leiden, stellen Sie einfach mal die Raumklima-Werte an Ihrem Arbeitsplatz fest.
Das Raumklima setzt sich aus den Faktoren Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftbewegung zusammen. Messen Sie deshalb diese Werte über mehrere Tage und zu verschiedenen Tageszeiten.
Messen Sie die Raumtemperatur in Kopfhöhe und mindestens in 1 Meter Entfernung von der Wand. Wenn Sie Beschwerden im Fußbereich haben, messen Sie auch dort die Temperatur.
Für die Messung der Luftfeuchtigkeit verwendet man Hygrometer. Diese bekommen Sie schon ab ca. 5 € im Handel.
Die Messung der Luftbewegung ist für einen Laien schwierig. Die Luftbewegung ist für das Zugempfinden maßgeblich. Das Zugempfinden ist sehr subjektiv und von der Raumtemperatur und Tätigkeit abhängig. Ab einer Luftgeschwindigkeit von 0,3 m/s spricht man von "leichtem Zug".
Eine einfache Möglichkeit zum Feststellen von Zugluft ist eine brennende Kerze. Beobachten Sie, ob die Flamme beim Fenster am Schreibtisch flackert. Das ist ein eindeutiges Zeichen dafür, dass Luftzug besteht. Natürlich können so keine genauen Werte ermittelt werden. Aber oft ist man überrascht, wo die Flamme überall flackert.
Messwerte und das eigene Klimaempfinden können manchmal stark differieren. So kann z.B. die gemessene Raumtemperatur angenehme 22 Grad Celsius haben, aber aufgrund starker Luftbewegung (Zugerscheinungen) kann die Temperatur als weit niedriger empfunden werden.
Für Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftbewegung gibt es Richtwerte, die teils gesetzlich geregelt sind. Je größer der Unterschied zwischen den gemessenen Werten und den Richtwerten ist, desto öfter treten Beschwerden auf.
Allgemeine Richtwerte zum Raumklima finden sich in der Arbeitsstättenrichtlinie. Diese Richtwerte sind abhängig von der Tätigkeit. Beispielsweise gilt als Raumtemperatur-Richtwert für Sitzen bei leichter Arbeitschwere 20 Grad Celsius. Auch im Winter sollte eine Temperatur von 26 Grad Celsius nicht überschritten werden.
Kalte Luft enthält weniger Feuchtigkeit als warme. Daher ist die Luft im Winter trockener als im Sommer. Lüftet man im Winter, gelangt trockenere Luft von Außen in die Räume. Die Heizung wiederum erwärmt die kältere Luft, wodurch dieser noch mehr Feuchtigkeit entzogen wird.
Feuchtigkeitsverlust beim Lüften
Wird z.B. im Winter bei einer Außentemperatur von - 4 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit bei ca. 50 % gelüftet und im Büro hat es bei gleicher Luftfeuchte angenehme 22 Grad Celsius. Tauscht man durch Lüften nun ca. die Hälfte der Luft aus, sinkt die Luftfeuchtigkeit auf 29 %.
Generell gilt:
Eine hohe Luftbewegung wird durch Klimaanlagen und schlecht isolierte Fenster verursacht. Je nach Tätigkeit und Raumtemperatur wird die Bewegung als Zugluft empfunden. Als Richtwert gilt eine Luftgeschwindigkeit von 0,1 m/s bis 0,15 m/s gilt. Genaue Messwerte lassen sich aber nur mit einem relativ teuren Anemometer messen.
Verlassen Sie sich hier auf Ihr Empfinden und den Kerzentest.
Mit relativ wenig Aufwand können Sie zu einer Verbesserung des Raumklimas beitragen. Die Maßnahmen lassen sich in drei Punkten zusammenfassen:
Auch bei geschlossenen Türen und Fenstern lässt sich Luftzug komplett vermeiden.
Sollte es aufgrund undichter und schlecht isolierter Fenster zu Zugerscheinungen kommen, gibt es im Handel Zugluftstopper. Diese sind mit einem isolierenden Material gefüllt. Auch für Türen gibt es sog. Bürsten als Zugluftstopper.
Achten Sie auch darauf, dass der Schreibtisch nicht direkt zwischen zwei Gebäudeöffnungen situiert ist. Dadurch ist der Arbeitsplatz mitten im Luftzug und Verspannungen und trockene Augen sind vorprogrammiert.
Normalerweise sind im Winter die Fenster geschlossen. Deshalb "verbraucht" sich die Luft im Büro schneller als im Sommer. Durch den erhöhten Kohlendioxidgehalt der "verbrauchten Luft" lässt die Konzentration schnell nach. Durch das Lüften gelangt wieder mehr Sauerstoff in den Raum.
Optimales Lüften gelingt am besten mit dem so genannten Stoßlüften. Beim Stoßlüften werden die Fenster mehrmals täglich für 5 - 10 Minuten komplett geöffnet. Damit erreicht man sogar einen besseren Luftaustausch, als mit einem den ganzen Tag gekippten Fenster.
Die Luftfeuchtigkeit lässt sich auf unterschiedliche Weise erhöhen. Zum einen dienen Pflanzen als natürliche Feuchtigkeitsspender, zum anderen gibt es mechanische Luftbefeuchter im Handel. Auch ein Aquarium oder ein Zimmerbrunnen kann wesentlich zur Verbesserung der Raumluftfeuchte beitragen.
Wollen Sie sich einen mechanischen Luftbefeuchter zulegen, klären Sie vorab folgende Fragen:
Nun haben Sie erfahren, welche Faktoren für das Raumklima eine Rolle spielen und wie Sie auf diese Einfluss nehmen können. Schaffen Sie ein besseres Raumklima und damit ein Arbeitsumfeld, in dem Sie sich wohl fühlen.
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